Retention bezeichnet den Wasserrückhalt auf Dachflächen, besonders bei Gründächern. Aufbau, Vegetation und Technik bestimmen die Speichermenge. Retentionsdächer speichern viel Regenwasser, erfordern aber sorgfältige Planung, Wartung und Sicherheit.
Der Begriff Retention steht eng in Zusammenhang mit der Entwässerung von Dachflächen und umschreibt den Wasserrückhalt auf Flächen wie beispielsweise Dächern. Auf natürlicher Weise geschieht dieser Wasserrückhalt bei begrünten Dächern.
Gründächer können unterschiedlich viel Wasser aufnehmen. Dies richtet sich nach der Art und Dicke der Begrünung. Einfache extensive Gründächer haben dabei ein Wasseraufnahmevolumen zwischen 20 l/m² - 35 l/m² Wasser. Bei einer Dachfläche von 500 m² sind dies bereits 10.000 Liter oder 10 m³ Wasser. Dickere Gründachaufbauten und intensive Gründächer bewegen sich bei einem Speichervermögen ab 50 l/m² bis hin zu mehreren hundert Liter pro Quadratmeter, je nachdem wie stark die Vegetationsschichte ist. Technisch und Wirtschaftlich gesehen ist das die einfachste Umsetzung von Wasserrückhalt am Dach und daher auch die empfohlene Variante.
Durch die Erweiterung des Gründachaufbaues auf der ganzen Fläche mittels „Spacer“ Elementen und einsetzen von Anstauringen/Drosseln wird das Niederschlagswasser bewusst auf der Dachfläche aufgestaut.
Um ein Überstauen zu verhindern sind Drosseln in der Regel oberhalb der Retentionshöhe offen, sodass überschüssiges Wasser abfließen kann. Der Drosseleffekt wird oftmals auch durch kleine Bohrungen ermöglicht, die dann in Folge ein langsames Abfließen des Wassers ermöglichen. Die parallel verbaute Notentwässerung muss natürlich auf diese geänderten Anstauhöhen angepasst werden.
Retentionsdächer sind dann am wirksamsten wenn das Gefälle so gering wie möglich ausgebildet wird um die gespeicherte Wassermenge so zu optimieren. Solche Sonderkonstruktionen sind erlaubt, es muss aber besonders auf die Planung und alle Detaillösungen geachtet werden. Eine Dokumentation aller Punkte und der Arbeit ist sinnvoll. Speziell geschultes Personal Voraussetzung. Ein Leitfaden vom IFB und VFB steht zur Verfügung.
Es ist in diesem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass am Dach angestautes Wasser ein hohes Schadenspotential hat und Beschädigungen an der Dachabdichtung in Folge zu einem deutlich stärkeren Wassereintritt führen. Aus diesem Grund sind auch planerische Zusatzmaßnahmen zu setzen und die Einhaltung von Inspektion, Wartung und Instandhaltung sehr wichtig und der Intervall erhöht im Vergleich zu einem Gründach.