PV-Anlagen können auf Flach-/Schrägdächern mit oder ohne Durchdringung befestigt werden. Wichtige Faktoren: Dachneigung, Abdichtung, Statik. Die Dichtheit muss gewahrt bleiben; Systemwahl erfolgt objektspezifisch.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Photovoltaikanlagen (PV) auf abgedichteten Flach- oder Schrägdächern sicher und dauerhaft zu befestigen. Die Wahl des Systems hängt von der Dachneigung, der Art der Abdichtung und den statischen Anforderungen ab.
Befestigung mit Durchdringung: Hierbei werden Stockschrauben, eingeklebte Gewindestangen oder ähnliche Befestigungselemente in den tragenden Untergrund eingebracht. Die Abdichtung wird durchdrungen, daher ist eine fachgerechte, dauerhafte Abdichtung (z.B. mit Fertigeinfassung und Schrumpfschlauch) notwendig. Es gibt spezielle Stockschraubensets, die aus Stockschraube, Einfassung und Schrumpfschlauch bestehen und eine dichte Verbindung zur Dachbdichtung ermöglichen. Die Anschlusshöhe kann unter PV-Modulen oft auf 5 cm reduziert werden, da der Bereich als „geschützt“ gilt.
Solarhalter-Systeme ohne Durchdringung (aufgeschweißt): Der Solarhalter zum Aufschweißen dient als (Zusatz-) Fixierung für aerodynamisch optimierte Solarbügel und die gesamte PV-Anlage. Er wird als vorgefertigter Schuh einfach auf die Haltebügel aufgeschoben und mit der Dachbahn (TPO oder PVC) verschweißt. Die Schweißstellen müssen nach den Vorgaben der Dachbahnenhersteller gereinigt werden, um eine sichere Verbindung zu gewährleisten. Die Windsogkräfte werden über die Kunststoffdichtungsbahn und deren mechanische Fixierung in den Dachaufbau eingeleitet. Die Kunststoffdichtungsbahn und die mechanische Fixierung im Bereich der festgeschweißten Solarhalter ist integraler Bestandteil des Systems und die Produktauswahl sollte auf höchste Qualität und Langlebigkeit achten. Gegebenenfalls sind im Randbereich Ergänzungsfixierungen notwendig. Besonders geeignet ist das System für Flachdächer und leicht geneigte Dächer, bei denen herkömmliche Auflastsysteme nicht mehr funktionieren.
Alternative Befestigungsmöglichkeiten: Aufkleben von flexiblen PV-Modulen auf die Abdichtung (nur bei geeigneter Materialverträglichkeit und intakter Dachbahn). Zugsysteme, bei denen die PV-Anlage an massive Haltepunkte „gehängt“ wird, um Schubkräfte in den Untergrund abzuleiten.
Wichtige Hinweise: Die Dichtheit der Abdichtungsebene muss immer erhalten bleiben. Lösungen, die die Dachbahn nur punktuell oder kleinflächig klemmen, sind wegen der zu erwartenden Bewegungen durch z.B. Lasten, Ausdehnungen, Alterung etc. nicht zu empfehlen. Die Auswahl des Systems sollte immer objektspezifisch erfolgen und die jeweiligen statischen und bauphysikalischen Anforderungen berücksichtigen.